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    Contacts directly and regularly with all EU authorities as the only officially registered European Beekeepers Association

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    Analysis and monitoring of the honey market - Information for members

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    Breeding queens - expertise on European level for members

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    Beekeeping - expertise on European level for members

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    Beekeeping equipment - expertise on European level for members

EPBA-Bericht  iT 2 2011 Seite 1 Bild 0002Der Europäische Berufsimkerbund hielt dieses Jahr seine jährliche Hauptversammlung im März in Strasbourg ab. Delegationen von über 11 Imkerverbänden aus 10 europäischen Mitgliedsstaaten trafen sich dort um sich über die derzeitige Lage der Imkerei auszutauschen.
Die Delegationen berichten dort zusammengefasst über die Lage in den einzelnen Ländern. Hier ein kurzer Überblick:

Ungarn
Der aktuelle einheimische Honig- Verbrauch pro Kopf ist auf 0,7 kg gestiegen.
Da die Zuckerpreise enorm gestiegen sind, läuft ein staatliches Programm für die Beschaffung von Rübenzucker. Die Zahl der Imker in Ungarn nimmt zu und erreicht 1 Million Bienenvölker. Die Preise für ungarischen Akazienhonig sind enorm gestiegen: bis auf EUR 4,80 per kg

Zypern
Auch hier nimmt die Zahl der neuen Imker leicht zu. Es sind in 1 Jahr 100 neue Imker dazu gekommen. Ein Problem in den letzten Jahren sind die starken Trockenperioden in der Saison.
Große Verluste werden von den Imkern in den Orangenplantagen gemeldet (¼ der Völker) weil oft in die Orangenblüte gespritzt wird. Die Honigpreise haben steigende Tendenz.

Österreich
Für Österreich war die Saison 2010 eine der schlechtesten der letzten 30 Jahre. Ungüstige Wetterbedingungen und ein schlechtes Frühjahr waren der Grund dafür. Lediglich die Honigtauernte war ausreichend. In Österreich gibt es nun auch Probleme mit den Neonicotinoiden, hauptsächlich im Mais. Untersuchungen des Projektes MELISSA bestätigen einen Zusammenhang zwischen den Bienenverlusten und den Neonicotinoiden. Aber die zuständigen Behörden sagen, es sei ein akzeptables Risiko.

Finnland
Der letzte Winter 2010/2011 war sehr streng und die Verluste betrugen durchschnittlich 20%. Es gab auch Varroa-Probleme. Ein weiteres Problem ist die Überalterung der Imkerschaft: das Durchschnittsalter der finnischen Imker beträgt 60 Jahre. Die Ernte im Sommer 2010 war gut und lag bei 48,5 kg pro Bienenvolk.
Die Anzahl der Bienenvölker nimmt mit der schwindenden Anzahl der Imker ab. Die Honigpreise steigen, weil nicht genügend einheimischer Honig vorhanden ist.
Zur Varroabehandlung werden überwiegend organische Säuren eingesetzt, besonders Oxalsäure. Auch biomechanische Methoden wie das Ausschneider der Drohnenbrut werden praktiziert.
Finnland ist und wird frei von Gentechnik bleiben. Die Qualität der Lebensmittel hat in Finnland Chancen und nicht ihr Preis.

Schweden
Schweden verzeichnete 2010 eine gute Honigernte. Auch hier steigen die Honigpreise. In den Supermärkten herrscht sogar ein Honig-Defizit. Die Winterverluste waren recht hoch, schwanken jedoch zwischen 10% und 25%. In Schweden gibt es keine chemischen Varroa-Medikamente. Die Imker dort benötigen mehr Schulung und praktische Ausbildung.

Großbritannien
In United Kingdom vereint die CONBA alle nationalen Imkerorganisationen.
Die letzten beiden Winter waren sehr schlecht. Im vergangenen Winter lagen die Völkerverluste bei 25%. Die Honigpreise sind stabil und die Tendenz ist steigend. Großbrittanien ist ein sehr wichtiges Honigimportland. Erhebliche Probleme hat man mit Varroa-Resistenz gegen Medikamente wie APISTAN.
Im Augenblick steigt die Anzahl an Neu-Imkern in Großbrittanien enorm. Es gibt deshalb auch ein Programm um neue Ausbilder auszubilden (“train the trainer”).

Griechenland
In Griechenland ist die Imkerei total frei von jeglicher behördlicher Regulierung. Jeder kann seine Bienen halten so wie er will und so viel wie er will.
Es gibt über 5.000 Berufsimker in Vollzeitbeschäftigung und über 10.000 Nebenerwerbsimker. Daneben gibt es noch 10.000 Amateur-Imker.
Die durchschnittliche Honigproduktion ist von 30 kg/Volk auf heute 15 kg/Volk gesunken. Der Grund sind Probleme mit den Neonicotinoiden die unter anderem auch in der Baumwolle eingesetzt werden. In den Baumwollfeldern steigen die Völkerverlust auf bis zu 40%. Der Vizepräsident der griechischen Imkerorganisation OMSE verlor selbst im letzten Jahr 50% seiner Völker.

Frankreich
In Frankreich nimmt die Zahl junger Imker auch zu, vor allem sind es kleinere Imkereien. Die Völkerverluste beliefen sich im letzten Jahr auf 5% im Norden und bis zu 40% im Süden. Die Asiatische Hornisse Vespa velutina ist im Südwesten ein großes Problem. Die Honigernte ist im letzten Jahr auf nur noch 16.000 to zurückgegangen. Das führt nun zu massiven Honigverfälschungen die aus der ganzen Welt auf den Markt gelangen, nicht nur aus China.

Tschechien
Die Situation der Imkerei in Tschechien ist relativ stabil bei einer Völkerzahl von 500.000. Die Bienendichte ist jedoch mit 8 Völkern/km2 erstaunlich hoch. Die Bienenverluste hielten sich in den letzten beiden Jahren in Grenzen. Die Varroa wird mit dem Wirkstoff Amitraz bekämpft. Die Honigproduktion beträgt. 8.000 to. Wie in den anderen Ländern steigt auch hier der Honigverbrauch an. Er liegt derzeit bei rund 4,50 EUR per kg. Ein Problem ist die mangelhafte Imkerliche Praxis. Die Neonicotinoide werden hier nicht eingesetzt weil der Einsatz den Landwirten zu teuer ist.

Deutschland
Der DBIB hat 2010 einen deutlichen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen. Die Zahl der Bienenvölker in Deutschland nimmt dagegen ab. Die Zahl junger Imker steigt an. Immer noch wird 80% des konsumierten Honigs in Deutschland importiert. Über 11 EUR pro Volk/Jahr soll der Imker jetzt in die Berufsgenossenschaft (Unfallversicherung) einzahlen. Die große Zahl von Bieneninstituten in Deutschland (über 20) führt zu Existenz- und Finanzierungsproblemen. Deshalb werden sie zum Teil unter anderem von der Pharmazeutischen Industrie mit Forschungsaufträgen finanziert. Ein anderes Problem in Deutschland ist eine fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft (z.B. Biogas-Produktion durch industrielle Mais-Produktion).

EPBA offiziell registriert
Da auf EU-Ebene kein sogenanntes Europäisches Vereinsrecht existiert und jeder Mitgliedsstaat seine eigene Gesetzgebung diesbezüglich hat, war es bisher äußerst schwierig, den Europäischen Berufsimkerverband offiziel auf europäischer Ebene zu anzuerkennen.
Deshalb hat sich der Vorstand entschlossen, die EPBA als EWIV (Europäische Wirtschaftliche Interessen Vereinigung) offiziell eintragen zu lassen.
In Straßburg wurden dazu die notwendigen Maßnahmen eingeleitet. Die Registrierung von EPBA wird im Augenblick durchgeführt. Somit ist EPBA zum größten offiziell eingetragenen Imkerverband Europas aufgestiegen.
Mehr dazu berichten wir in der nächsten Ausgabe.

Wahlen
In Strasbourg waren Neuwahlen für den gesamten Vorstand fällig.

Die Wahlergebnisse:
Präsident: Walter Haefeker
1. Vizepräsident: Alex Papachristofourou
2. Vizepräsident: Olivier Belval
Sekretär: Laszloff
Kassierer: OMSE Griechenland
Geschäftsführer: Karl-Rainer Koch

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